Wenn die dynamische Verdichtungsplatte auf dem Planum in Minden steht und die ersten Lastplattenversuche laufen, wissen wir: Jetzt zählt jedes Megapascal. Unser mobiles Labor rückt mit dem leichten Fallgewichtsgerät an, misst die Einsenkung und leitet daraus direkt den Verformungsmodul Ev2 ab. Gerade auf den Geschiebemergelböden, die den Untergrund entlang der Weser prägen, ist das Zusammenspiel von frostsicherem Oberbau und bindigem Untergrund eine knifflige Sache. Minden mit seinen rund 83.000 Einwohnern verteilt auf Stadtteile beidseits der Weser und des Mittellandkanals hat eine extrem heterogene Baugrundsituation. Was im trockenen Glacis der alten Festungsanlagen noch als gut tragfähig gilt, kann 500 Meter weiter in der Weserniederung schon eine völlig andere Steifigkeit aufweisen. Deshalb ergänzen wir die Feldmessungen im Zuge der Korngrößenanalyse direkt mit einer Sieblinie aus dem Labor, um den Verdichtungsgrad und die Wasserdurchlässigkeit der eingebauten Tragschicht exakt zu dokumentieren.
Die Lebensdauer einer flexiblen Fahrbahn in Minden entscheidet sich nicht auf dem Asphalt, sondern 50 Zentimeter tiefer in der Frostschutzschicht.
Angewandte Methodik in Minden

Risiken und Überlegungen in Minden
Der Ausbau des Wasserstraßenkreuzes Minden in den 1920er und 1960er Jahren hat die Verkehrsinfrastruktur der Stadt massiv geprägt – und dabei teils alte Flussschleifen und Auenlehme überbaut, die heute unter modernen Fahrbahndecken liegen. Wer in diesen Bereichen eine flexible Fahrbahn bemisst und nur mit Standardkennwerten aus der RStO operiert, riskiert eine frühzeitige Spurrinnenbildung. In der Praxis sehen wir auf solchen Streckenabschnitten oft schon nach drei bis fünf Wintern Verdrückungen im Asphalt, weil die ungebundene Tragschicht unter der zyklischen Belastung durch den Schwerverkehr konsolidiert. Eine Bemessung flexibler Fahrbahnen muss diesen Setzungseffekt antizipieren – und das gelingt nur, wenn wir die Steifigkeit des Untergrundes mit einem realistischen Lastbild prüfen. Wir empfehlen in Minden deshalb bei allen Bauvorhaben mit Bk10 oder höher ein ergänzendes Verformungsverhalten über CBR-Versuche, um die Resttragfähigkeit des Planums sicher zu quantifizieren.
Unsere Leistungen
Unser Prüfprogramm für die Bemessung flexibler Fahrbahnen in Minden deckt den gesamten Prozess ab – vom ersten Plattendruckversuch auf dem Planum bis zur Kontrolle des fertigen Asphalteinbaus. Wir arbeiten dabei eng mit den örtlichen Tiefbauunternehmen und den Fachämtern der Stadt Minden zusammen.
Feldprüfungen für den Oberbau
Vor Ort auf Ihrer Baustelle in Minden bestimmen wir den Verformungsmodul Ev2 mittels statischem Lastplattendruckversuch oder dynamischem Fallgewichtsgerät. Dazu prüfen wir den Verdichtungsgrad der Frostschutzschicht direkt mit dem Densitometer und entnehmen Rückstellproben für die Laboranalyse.
Laboruntersuchungen für Asphalt und Tragschichten
In unserem akkreditierten Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025 führen wir Marshall-Versuche, die Bestimmung des Bindemittelgehalts und die Korngrößenverteilung der Gesteinskörnungen durch. Sie erhalten von uns einen prüffähigen Bericht, der die Eignungsnachweise und Kontrollprüfungen gemäß RStO dokumentiert.
Gängige Fragen
Wie läuft die Bemessung flexibler Fahrbahnen nach RStO ab?
Die RStO 12 gibt für jede Belastungsklasse (Bk) eine standardisierte Bauweise vor. Wir ermitteln zunächst die frostsichere Mindestdicke aus der Frosteinwirkungszone und der Frostempfindlichkeitsklasse des Bodens. Dann legen wir die Schichtdicken für Asphalttrag-, Binder- und Deckschicht fest. Die rechnerische Dimensionierung prüfen wir mit den tatsächlichen Ev2-Werten aus dem Plattendruckversuch vor Ort und passen die Dicken gegebenenfalls an.
Welche Rolle spielt der CBR-Versuch bei flexiblen Fahrbahnen?
Der CBR-Wert (California Bearing Ratio) ist eine Labor- und Feldprüfung, die die Tragfähigkeit des Untergrundes im Verhältnis zu einem Standard-Kiesmaterial bewertet. Bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen in Minden setzen wir den CBR-Versuch besonders dann ein, wenn bindige Böden oder Auenlehme anstehen und die Gefahr von Konsolidierungssetzungen unter zyklischer Verkehrslast besteht.
Was kostet die Prüfung der Tragschichten für ein Erschließungsgebiet?
Für ein typisches Erschließungsgebiet in Minden mit mehreren Prüffeldern und begleitenden Laborversuchen bewegen sich die Kosten je nach Umfang und geforderter Belastungsklasse zwischen €1.730 und €5.020. Der genaue Preis richtet sich nach der Anzahl der Lastplattendruckversuche, den Asphaltuntersuchungen und der Häufigkeit der Eigenüberwachungsprüfungen.
Wie wird der Schichtenverbund zwischen Asphaltschichten geprüft?
Der Schichtenverbund zwischen Asphalttrag-, Binder- und Deckschicht wird mit dem Leutner-Scherversuch nach DIN EN 12697-48 bestimmt. Wir entnehmen Bohrkerne aus der fertigen Fahrbahn, temperieren sie und messen die maximale Scherkraft. Der Nachweis gilt als erbracht, wenn die Schubspannung mindestens 0,4 N/mm² beträgt.