Minden
Minden, Germany

Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Minden

Das Herzstück jeder Felddichtebestimmung ist ein unscheinbarer Metalltrichter mit Ventil, ein zylindrischer Sandbehälter und ein fein abgestufter, trockener Einheitssand – meist Normsand mit einem Größtkorn unter 1 mm. In Minden, wo die Weserterrassen und die Porta-Westfalica-Pforte für einen ständigen Wechsel zwischen sandigen Kiesen, Auelehm und Lössböden sorgen, setzen wir dieses Verfahren täglich ein. Der Ablauf ist solid: Eine zylindrische Grube wird freigelegt, das entnommene Material gewogen und das Volumen durch Einrieseln des Kalibriersands exakt bestimmt.
Die Dichte des verdichteten Bodens errechnet sich direkt aus Masse und Volumen – ein Prinzip, das seit Jahrzehnten Bestand hat. In unserer Erfahrung mit Baugrund in Minden liefert das Sandkegelverfahren besonders bei grobkörnigen Böden und Schottertragschichten zuverlässige Werte, die ein Plattendruckversuch allein nicht abbilden kann, weil dieser nur die oberflächennahe Steifigkeit erfasst.

Ein Sandkegelversuch ersetzt zwanzig Vermutungen zur Verdichtung – und in Minden mit seinen wechselhaften Weserböden ist das keine Übertreibung.

Angewandte Methodik in Minden

Ein prägendes Projekt war der Neubau eines Logistikzentrums im Industriegebiet Minden-Päpinghausen, direkt auf den sandig-kiesigen Ablagerungen der Weserniederung. Hier mussten wir auf einer 12.000 m² großen Fläche die Verdichtung des Planums und der Frostschutzschicht in einem Raster von 3 m × 3 m nachweisen.
Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 ermöglichte uns, jeden einzelnen Messpunkt innerhalb von 20 Minuten zu prüfen – inklusive Aushub, Volumenbestimmung und Rückverfüllung. Entscheidend war die regelmäßige Kalibrierung des Sandes: Schon eine Luftfeuchtigkeitsänderung von 15 % im Sommer 2023 verschob die Schüttdichte merklich, was wir durch tägliche Kontrollwägungen des Konus korrigierten.
Für den Mindener Baugrund typisch ist der hohe Anteil an kantengerundetem Weserkies mit Korngrößen bis 63 mm. Bei solchen Bedingungen greifen wir auf einen Grubendurchmesser von 200 mm zurück, um repräsentative Volumina zu erhalten. Die enge Verzahnung mit unserem Labor für Korngrößenanalyse stellt sicher, dass der Feinkornanteil im Aushubmaterial die Dichteinterpretation nicht verfälscht.
Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Minden
Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Minden
ParameterTypischer Wert
Normative GrundlageDIN 18125-2:2020-11
Prüfgrube Durchmesser150–200 mm (je nach Größtkorn)
KalibriersandQuarzsand 0,2–1,0 mm, lufttrocken
PrüftiefePlanumshöhe bis 30 cm unter GOK
Messdauer pro Punkt15–25 min (vor Ort)
Typische AkzeptanzkriterienDPr ≥ 100 % (Erdbau), ≥ 103 % (Tragschicht)
Wiederholpräzision±1,5 % der ermittelten Dichte
BerichtsformatTabellarisch mit Lageplan, digital und in Papierform

Demonstration video

Risiken und Überlegungen in Minden

Die Bodengegensätze innerhalb Mindens sind bemerkenswert: In den Hanglagen des Wiehengebirges dominieren verwitterte Tonsteinböden mit einer Trockendichte, die bei Wassereinbruch schlagartig von 1,95 auf 1,70 g/cm³ abfallen kann. In der flachen Weserniederung um Minden-Zentrum hingegen treffen wir auf verdichtungswillige Sand-Kies-Gemische, die bei korrekter Feuchte Proctordichten von 102 % problemlos erreichen.
Das Risiko einer unzureichenden Felddichtebestimmung liegt fast immer in der Probenentnahme: Wird die Grube in der Auelehmschicht nicht sofort versiegelt oder läuft Wasser zu, messen wir eine scheinbare Dichte, die mit dem tatsächlichen Verdichtungsgrad nichts zu tun hat. Bei den Tonböden oberhalb der Stadtgrenze ist zudem der Einfluss des Wassergehalts auf die Dichte extrem; ein Abweichen um nur 2 % vom optimalen Wassergehalt kann den Verdichtungserfolg zunichte machen. Deshalb koppeln wir jede Feldmessung mit einer Ofentrocknung im mobilen Labor, um den Wassergehalt direkt am Entnahmepunkt zu bestimmen – ein Schritt, den viele Ausschreibungen in Minden übersehen.

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Anwendbare Normen: DIN 18125-2:2020-11 – Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Dichtebestimmung (Sandkegelverfahren), ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN EN 13286-2 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische – Laborverfahren zur Bestimmung der Trockendichte und des Wassergehalts

Unsere Leistungen

Neben der reinen Felddichtebestimmung koordinieren wir alle begleitenden Prüfungen für den Erd- und Straßenbau in Minden:

Verdichtungskontrolle mit Prüfbericht

Durchführung der Felddichtebestimmung auf Planum und Tragschichten, inklusive Entnahme, Wassergehaltsbestimmung und Auswertung gemäß DIN 18125-2. Die Ergebnisse werden in einem digitalen Prüfbericht mit Lageplan der Messstellen dokumentiert.

Proctorversuch und Dichteanforderung

Ermittlung der maximalen Trockendichte und des optimalen Wassergehalts im Labor (DIN 18127) als Referenz für die spätere Felddichtebestimmung. Nur mit dieser Referenz lassen sich Verdichtungsgrade DPr zuverlässig beurteilen.

Gängige Fragen

Welche Kosten muss ich für eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren in Minden erwarten?

Für eine einzelne Dichtebestimmung nach DIN 18125-2 bewegen sich die Kosten in Minden zwischen 110 und 140 Euro pro Messpunkt, abhängig von der Anzahl der Punkte pro Tag und der Fahrtstrecke. Bei größeren Messkampagnen mit über 20 Prüfpunkten können reduzierte Sätze vereinbart werden. In diesem Preis sind die Entnahme, die Volumenbestimmung mit Kalibriersand, die Wassergehaltsbestimmung im Labor und der digitale Prüfbericht enthalten.

Wann setzt man das Sandkegelverfahren anstelle des Plattendruckversuchs ein?

Beide Methoden ergänzen sich. Der Plattendruckversuch nach DIN 18134 misst den Verformungsmodul Ev2 der oberflächennahen Zone und reagiert empfindlich auf die obersten Zentimeter. Das Sandkegelverfahren erfasst die Dichte eines definierten Volumens über die gesamte Schichtdicke. Bei grobkörnigen Böden, wie dem Weserkies in Minden, liefert das Sandkegelverfahren oft aussagekräftigere Werte zum Verdichtungsgrad, während der Plattendruckversuch die Tragfähigkeit besser abbildet.

Wie viele Messpunkte brauche ich bei einem Bauvorhaben in Minden?

Das Raster hängt von der Fläche und der geotechnischen Kategorie des Bauwerks ab. Für ein Einfamilienhaus im Mindener Stadtgebiet genügen meist 5 bis 8 Prüfpunkte auf der Sauberkeitsschicht und der Arbeitsplanumsebene. Bei Gewerbehallen oder Straßenbauprojekten wenden wir Raster von 3 m × 3 m bis 5 m × 5 m an, wie sie die ZTV E-StB 17 empfiehlt. Die genaue Anzahl legen wir nach Einsicht in den Bodengutachten und das Verdichtungskonzept fest.

Welche Fehlerquellen gibt es bei der Dichtebestimmung und wie vermeiden Sie diese?

Die häufigsten Fehlerquellen sind eine unzureichende Kalibrierung des Sandes, eindringendes Grundwasser in die Prüfgrube und Materialverlust beim Aushub. In Minden mit seinem teils hohen Grundwasserstand in Wesernähe achten wir besonders auf eine schnelle, trockene Grubenentnahme. Der Sand wird täglich auf seine Schüttdichte kontrolliert und bei Feuchtigkeitsaufnahme ausgetauscht. Zusätzlich führen wir bei bindigen Böden eine sofortige Wassergehaltsbestimmung im mobilen Ofen durch, um den Verdichtungsgrad korrekt berechnen zu können.

Abdeckung in Minden